Rettungstage Weitra 2026
von Simon Stiefsohn
Vom 2. bis 4. Oktober fanden in Weitra die diesjährigen Rettungstage statt. Vier Kameraden unserer Feuerwehr nahmen gemeinsam mit fünf Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Pyhra-Perersdorf an der Veranstaltung teil und nutzten die drei Tage, um ihr Wissen und ihre praktischen Fähigkeiten im Bereich der technischen Menschenrettung weiter auszubauen.
Realitätsnahe Einsatzszenarien
Im Mittelpunkt der Rettungstage standen zahlreiche realitätsnah dargestellte Einsatzszenarien. Die Teilnehmer waren dabei gefordert, verschiedene Einsatzlagen zu beurteilen, geeignete Vorgehensweisen zu entwickeln und diese anschließend praktisch umzusetzen.
Die Teilnehmer wurden in mehrere Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe bestand aus etwa acht bis zehn Einsatzkräften der Feuerwehr sowie zwei bis vier Kräften des Rettungsdienstes. Gemeinsam mussten die Teams sämtliche Stationen abarbeiten und die jeweiligen Einsatzlagen als Einheit bewältigen.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der technischen Menschenrettung. Gerade bei komplexen Einsatzlagen gibt es häufig nicht nur einen möglichen Lösungsweg. Die verschiedenen Stationen boten daher die Möglichkeit, unterschiedliche Techniken kennenzulernen, bestehende Abläufe zu hinterfragen und alternative taktische Ansätze auszuprobieren.
Durch die bewusst begrenzte Anzahl an Einsatzkräften wurden den Gruppen jedoch rasch personelle Grenzen aufgezeigt. Dadurch war es notwendig, die ursprüngliche Taktik laufend anzupassen, Prioritäten zu setzen und die vorhandenen Ressourcen gezielt einzusetzen. Eine besondere Bedeutung kam dabei der Triage sowie der engen Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst zu. Gemeinsam musste beurteilt werden, welche verletzten Personen zuerst versorgt und gerettet werden sollten.
Unter anderem wurden folgende Szenarien abgearbeitet:
- Unfall auf einer PV-Freianlage
- Verkehrsunfall auf der Autobahn mit einem Bus und einem LKW sowie mehreren verletzten Personen
- Höhenrettung
- PKW-Unfall mit einem Radlader und einer teilweise verschütteten Person
- Traktorunfall
- Verkehrsunfall mit Pfählungsverletzung
- Menschenrettung aus einem Betonmischer
- Verkehrsunfall mit einem Panzer
- sowie zahlreiche weitere anspruchsvolle Einsatzlagen
Die unterschiedlichen Szenarien stellten die Einsatzkräfte vor jeweils eigene technische und taktische Herausforderungen. Dabei konnten verschiedene Rettungsgeräte und Vorgehensweisen unter möglichst realistischen Bedingungen eingesetzt und erprobt werden. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig eine klare Kommunikation, eine strukturierte Einsatzführung und die enge Abstimmung zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst sind.
Lernen durch Erfahrung und Austausch
Neben der praktischen Ausbildung stand auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Einsatzkräften im Mittelpunkt. Unterschiedliche Feuerwehren und Organisationen bringen unterschiedliche Erfahrungen, Ausrüstungen und Herangehensweisen mit. Genau dieser Austausch bietet die Möglichkeit, neue Perspektiven kennenzulernen und Anregungen für den eigenen Einsatzdienst mitzunehmen.
Die Zusammenarbeit in den gemischten Teams zeigte außerdem, wie entscheidend ein gemeinsames Vorgehen von Feuerwehr und Rettungsdienst für eine erfolgreiche Menschenrettung ist. Besonders bei mehreren verletzten Personen müssen medizinische Prioritäten, technische Möglichkeiten und die verfügbaren Einsatzkräfte laufend aufeinander abgestimmt werden.
Für unsere Kameraden waren die Rettungstage daher eine wertvolle Ergänzung zur laufenden Ausbildung. Die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse können dazu beitragen, auch bei zukünftigen technischen Einsätzen sicher, überlegt und möglichst effizient vorzugehen.
Dank an die Veranstalter
Wir bedanken uns bei Spineboard.at sowie bei allen beteiligten Einsatzkräften für die professionelle Organisation, die abwechslungsreichen Übungsszenarien und den wertvollen Erfahrungsaustausch.
Ein besonderer Dank gilt auch unseren Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Pyhra-Perersdorf für die gemeinsame Teilnahme an den Rettungstagen in Weitra.